Ja, diesmal hab ichs mir richtig gegeben, aber es war großartig. Die Corona-Lockerungen lassen ja ein weithin fröhliches Reisen und Seminieren wieder besser zu und irgendwie war ich nicht der Einzige, dem dies aufmunternd erschien.
Los gings voller Vorfreude am 29. April in Richtung Schweiz. 2 Tage Seminar bei Irene Heller-Frick und ihrer wundervollen Familie, knapp hinter der Schweizerisch/deutschen Grenze ließen mich höchst motiviert in den Süden reisen. Jetzt wollte ich wahrhaftig aus persönlichen Gründen an der Vignette und den Mautgebühren sparen. Welch eine doofe Idee. Aber, ich sage ja immer, Seminare bilden, so in dem Fall auch mich weiter. Es macht keinen Sinn, an etwas zu sparen, was einfacher zu umgehen ist. Die laut Google Maps mautfreie Anreise hätte ich besser studieren müssen und nicht blauäugig dem Navi vertrauen. Naja, eh ichs mich versah, fand ich mich spät am Freitagabend 100 km Landstraße durch den schönen Schwarzwald schippern. Landschaftlich mehr als anspruchsvoll und wunderschön, dennoch war ich sehr froh, irgendwann irgendwie vor Irenes Anwesen anzulanden, und nach einem Absacker und extrem warmherziger Begrüßung zwei wundervollen Seminartagen entgegen zu schlummern.
An bekannter Waldlichtung traf man sich in fast altbekannter Besetzung mit den zunächst friedlich anmutenden Skudden-Mixen. Letztere hatten aber durchaus ein mitunter anderes Empfinden zur Tagesplanung. Hier und da prallte der neue freudig erworbenen Junghund mit vielen guten und mitunter auch etwas wirren Ideen auf den Missmut und die Fluchttendenz der ein oder anderen Skudde. Eine sportliche Kombi:-) Aber der Schweizer weiß Rat. Helen, die Bodenseeperle, brachte noch flugs ein paar ruhigere und tolerantere Schäfchen von zuhause mit, und so war schnell ein gutes Lernen für Hund UND Mensch möglich. Es war die Freude pur in der Schweiz, und so schön, euch alle mal wieder zu sehen. Natürlich darf auch keinesfalls unerwähnt bleiben, wieviel Mühe, auch mit der gigantischen kulinarischen Versorgung, sich Irene und ihre Lieben gemacht haben. Es war großartig!!!! Wie immer. Gerne wieder!!!!!!!!!
Am Wochenende darauf startete der Ford in die östlichste Provinz unseres Landes. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage, so weit östlich bin ich noch nie gereist. Zum Glück wieder mit Unterstützung von Dana ging es auf nach Zittau, und dort war unser Ziel die Heimstatt von Carola Pursche, direkt an der schönen Neiße und somit der Grenze zu Polen gelegen. Jaaaaaa, das zog sich gewaltig auf der A4, und oft hab ich gejammert und gesagt, dass das nun wirklich echt zu weit ist…. ABER: neeeee, von der öden Anfahrt auf der A4 mal abgesehen war es wirklich großartig in Ostsachsen. Wunderschöne Umgebindehäuser, viel Landschaft, mittendrin extrem kooperative Skudden/ Shetland-Mixe und dazu noch eine Trainingsfläche an der Neiße mit netten Teilnehmern und tollen Hunden, gespickt mit dem zauberhaften Gesang des Pirols aus den Weidesträuchern an der Neiße. Es war klasse!!!! Und hat viel Freude gemacht. Natürlich sorgte der einheimische Dialekt ein klitzekleinbisschen für Erheiterung und Verwirrung am Abend. Ob das nun an Carolas Eierlikör oder dem Lehren in prächtigen Sonnenschein bei 25 Grad lag, man weiß es nicht. Es war auf alle Fälle trotz der ätzend langen Fahrt ein wiederholungswürdiges Seminar, und ich sage nochmal gerne Tausend „T“ank!!!! ;.)
Kaum zuhause ging es wieder Richtung Grenze zur Schweiz. Diesmal zu Wolfgang Toth auf die schöne Baar nach Donaueschingen. Den Weg kannte ich ja schon, so dass es in Punkto Anreise keine Probleme gab. Und wie gewohnt war auch hier der Empfang herzlich. Spät am Abend kehrte ich ein, und nach einem Absacker ging es zeitig zu Bett. Tags darauf begannen auf Wolfgangs hervorragender Trainingsfläche zwei intensive Seminartage mit wirklich anspruchsvollen Hunden und deren Zweibeinern. Alles insgesamt doch deutlich fortgeschrittene Teams, es wurde viel über Linien und Wegtreiben, den ein oder anderen Outrun und natürlich die gute Kommunikation mit dem Vierbeiner geredet und geübt. Selbstverständlich, wie könnte es anders sein, kam auch der Spaß nicht zu kurz. Auch hier wahrhaft kaiserliches Wetter und eine hervorragende Stimmung und Organisation. Dazu sehr brave Schafe die naturgemäß am Sonntag etwas kniffeliger waren. Ornithologisches Highlight meinerseits diesmal die vielen Storchenpaare in Donaueschingen, die durch lautes Klappern immer wieder auf sich aufmerksam machten. Einfach wundervoll, erst recht, wenn man das so in dieser Form leider gar nicht kennt. Auf die Baar, ebenfalls jederzeit gerne wieder 🙂
Und um die Grenztour vorübergehend abzuschließen, folgte noch ein Trip an die französische Grenze zu Larissa Cudok und Familie. Diesen Weg, so dachte ich, kennt das Auto ebenfalls. In der Theorie bewahrheitete sich das, allerdings waren wir dieses Mal auf einer anderen Fläche, und die lag so gar nicht da, wo ich sie vermutet hatte. Aber egal, genauso schön wars wie im Herbst. Nur zum Glück deutlich wärmer und trockener. Schafe mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad konnten adäquat an den unterschiedlichen Ausbildungsstand der anwesenden Hunde adaptiert werden, so dass sicher jeder Teilnehmer für sich etwas Lehrreiches aus dem Seminar ziehen konnte. Zumindest war dies mein bescheidener Eindruck und mein Streben. Es waren ebenfalls zwei ganz wundervolle Tage, und auch hier freue ich mich schon aufs nächste Mal. Tatsächlich war die letzte Tour gen Frankreich wirklich die kürzeste Anreise. Also ich lerne, Larissa ist am nächsten dran :-)))))
Ebenfalls zum wiederholten Male ging es zu Susanna und Michael in die schöne Pfalz. Diesmal hatte ich dank Petra Lemmermöhle auch wieder eine Reisebegleitung, die die ohnehin recht kurze Anreise noch kurzweiliger machte. Wieder war alles bestens organisiert, und dank der Unterstützung von Kathrin Brox‘ Schafen waren auch genügend vierbeinige Mitarbeiter zur Stelle, die ihrerseits durch geschicktes Sortieren auch jeweils die nötige Zeit zum Ausruhen fanden.
Die wunderschöne Fläche bot sowohl für Fortgeschrittene als auch für Anfänger alle Möglichkeiten, und so konnte sowohl an der Basis als auch am Zielen auf die Tore gefeilt werden.Und erneut wurden wir auch alle wieder bestens bekocht und versorgt. Wenn das so weitergeht, nehm ich noch vom Seminieren zu, und das, obwohl ich mich doch meistens viel bewege. Seltsam!
Eine Menge Spaß hatten wir am Abend in der Weinstube, und sogar für mich fand sich ein vergorener Traubensaft nach meinem Geschmack und ergänzte sich bestens mit meinem Feierabendbierchen. Es war ein großartiges Wochenende und ja quasi nur das Opening für das Seminar im Oktober. Da werde ich erneut anreisen und kontrollieren, ob alle ihre „HAUS“AUFGABEN gemacht haben.
Ich freu mich schon.









